Konrad Merz
aan
Menno ter Braak

Amsterdam, 13 november 1935

Amsterdam Z., Hygiëaplein 38

13.11.35

Lieber Dr. Ter Braak,

für Ihre beiden Briefe und die Zusendung der Zeitungen danke ich Ihnen.

Die letzte Antwort von Querido hat mich mehr verletzt als gefreut. Man kann wohl annehmen, daß er nach seiner ersten Ablehnung nur nicht schreiben wollte, das Buch sei etwa gut. Außerdem will er mich wohl drucken aber auch drücken.

Daß er gerade die ersten 40 Seiten geändert haben will, ist mir gänzlich unverständlich. Der Anfang hat jedem bisher ganz besonders gut gefallen, ich kann nicht annehmen, daß selbst die Queridoidioten dafür zu tief stehen sollten. Auch daß er eine so grenzenlos schwere Forderung mit einer federleichten in dem gleichen Befehlston verbindet, zeigt daß er wohl nur Theater spielt.

Leider aber bin ich nun für manches Zugeständnis schwach genug – mag ich mich auch vor mir selbst schämen müssen.

Nun, wir sprechen uns dann am Freitag noch genauer über das Ganze. Ich erwarte Sie ab 1 Uhr im Opporto. Vielleicht wollen Sie nach Ihrer Unterredung mit Querido einmal in unsere neue Wohnung kommen, Sie könnten sich hier vor Ihrem Vortrag auch ausruhen.

Ich erwarte Sie also am Freitag im Opporto.

Seien Sie herzlich gegrüßt von Ihrem

Kurt Lehmann

Origineel: Den Haag, Literatuurmuseum

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