Else Geissel-Schulz
aan
Menno ter Braak

26 november 1930

d.26.XI.30.

Lieber Menno,

Damit Du wenigstens Bescheid weisst will ich Dir schnell schreiben. Ich hatte in diesen Tagen wenig Zeit denn jetzt kommen die Weihnachtsbestellungen u.s.w. Mit Deinem Kommen am Sonnabend den 21. sind wir natürlich einverstanden nicht aber mit Deiner Abreise am 27. Das gibt es ja garnicht, denn dann kommen ja gerade die Tage, an denen wir frei haben und ungestört zusammen sein können. Bis zum heiligen Abend ist doch sicher viel zu tun, am Sonntag den 21. sind die Geschäfte auch von 2-4 auf, da müssen wir aber auch hin. Aber wir haben dann den ganzen Vormittag und Abend für uns und wenn Du Sonnabend vorher ankommst, bist du am anderen Tag nicht gleich allein. Darum passt uns die Sonabend für Dein Kommen besonders gut. Du kannst Dir ja dann in diesen Tagen den Weihnachtsrummel in Berlin ansehen und ein wenig Berlin unsicher machen oder Du leistest mir im Laden Gesellschaft ganz wie Du willst denn vor dem Fest ist unsere Zeit sehr knapp. Aber dann kommen die beiden Feiertage, die Sonntag und Neujahr, da sind wir ganz zu Hause. Und darum musst Du unbedingt bis nach Neujahr bleiben und auch Sylvester miterleben. Zu einem deutschem Weihnachtsfest gehört auch Sylvester. Und Menno, eher lassen wir Dich nicht fort; danach musst Du Deine Zeit inrichten. Wenn Du Deine Zeit nicht länger nehmen kannst, dann komme lieber zwei Tage später und bleibe länger, aber auch keinen Fall vor Neujahr abreisen. Am besten ist es Du kommst am [20] und bleibst über Neujahr. Gib mir bitte recht bald Antwort. Bin sehr in Eile darum für heute Schluss. Herzliche Grüsse auch an Truida

Deine Else

 

Origineel: particuliere collectie

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